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Mercedes Sosa Kondolenzbuch

6. Oktober 2009

Eine Ikone der Südamerikanischen Folklore ist gestorben

In Argentinien war (und ist) Mercedes Sosa der Inbegriff der Südamerikanischen Folklore, so ist es auch nicht verwunderlich, dass in Argentinien heute eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen wurde. Auch in Deutschland ist Mercedes Sosa ein Begriff. Sie gab viele Konzerte, die nicht nur von in Deutschland lebenden Argentiniern besucht wurden. Diese Seite ist mein bescheidener Beitrag zur Erinnerung an eine herausragende Künstlerin, die die Argentinische Folklore durch die ganze Welt getragen hat.

Wir werden sie vermissen.

Hier noch die Deutsche Version der offiziellen Mitteilung der Argentinischen Botschaft in Deutschland.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich denke, dass es nach dem Stand der Dinge keinen Mitbürger gibt, der nicht vom Ableben von Mercedes Sosa weiß. Die Reaktion der deutschen Presse auf ihren Tod ist bemerkenswert.

Als Vertreterin der nationalen und lateinamerikanischen Folkmusik besuchte sie zu verschiedenen Anlässen Deutschland und gab ihre letzten Konzerte in der Philharmonie in Berlin und in anderen deutschen Städten im Oktober vergangenen Jahres. Aus Anlass ihres Berlin-Auftritts habe ich mich mit ihr unterhalten und ich sah sie angegriffen, was aber kein Hindernis für sie war, auf eine Tournee mit höchst anstrengenden Abschnitten zu gehen.

Ihre großartige Laufbahn führt dazu, dass die Totenwache seit gestern Mittag im argentinischen Kongress mit den Ehren einer Botschafterin durchgeführt wird. Die Präsidentin Argentiniens, Dr. Christina Fernández de Kirchner, unterzeichnete ein Dekret, in dem aus Anlass ihres Ablebens Staatstrauer ausgerufen wird. Die argentinische Fahne weht daher als Symbol des Respekts und zum Abschied an diese Volkskünstlerin auf Halbmast.

Die Botschaft der Republik Argentinien wird sich immer an diese große argentinische und lateinamerikanische Künstlerin erinnern und ihr Anerkennung zollen und tut dies auf diesem Wege gemeinsam mit den argentinischen Landsleuten und Freunden Argentiniens in Deutschland.

Guillermo Nielsen

Botschafter der Republik Argentinien

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Gracias a la Vida

6. Oktober 2009

Ich selbst bin 51 Jahre alt und in Argentinien aufgewachsen. Gut, ich muss zugeben, dass ich als Kind nicht so viel mit Folklore anfangen konnte, aber bereits in der Pubertät habe ich Mercedes Sosa zum ersten Mal wahrgenommen. Im Jahre 1971 erschien das Album Homenaje a Violeta Parra, eine Homage an die beliebte Chilenische Dichterin Violeta Parra, und seitdem steht das Lied Gracias a la Vida ganz oben in meiner Persönlichen Hitliste. Meine Lieblingsversion des Liedes entstand jedoch einige Jahre später zusammen mit einer weiteren meiner Lieblingssängerinnen, Joan Baez. Ich bekomme noch heute Gänsehaut jedesmal, wenn ich das Lied höre.

Ja, Mercedes Sosa hat mich fast mein ganzes Leben musikalisch begleitet und wird es ganz sicher auch weiterhin tun. Mercedes Sosa ist gestern gestorben, mit ihrer Musik lebt sie aber weiter.

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La Campana Argentina

6. Oktober 2009

La Negra oder La Campana Argentina wurde sie liebevoll genannt. Sie ist die Glocke Argentiniens und die Stimme ganz Südamerikas, die sie in die Welt getraten hat, die große Argentinische Folklore Sängerin, die mit ihrer dunklen, sonoren Stimme die ursprüngliche Kultur und Reinheit, die unbeschreibliche Fülle und Einfachheit und Genügsamkeit, die Schwermut und Weite der Pampas und ihrer Bewohner auf unvergleichliche Weise aus der Tiefe ihres Körpers herausholte – mit einer Stärke und Wärme und Einfühlsamkeit, die unvergleichlich und einmalig ist.  Sie rührt mit ihrer vollen, tiefen Stimme zu Gänsehaut und mit der einfachen Lyrik ihrer Lieder zu Tränen.  In der Militärdiktatur war Mercedes Sosa mit ihren Liedern unbeirrte Kämpferin für Recht und Freiheit und hat dafür einige Jahre Exil in Kauf genommen.

Sie ist tot, wie kann das sein, sie ist doch unsterblich!  Sie ist nur 74 Jahre alt geworden und starb nach schwerer Krankheit am Sonntag, 4. Oktober, dem Jahrestag des Geburtstags von Violetta Parra, der großen chilenischen Heimatdichterin, die ihr bereits 1967 vorausgegangen war und deren Lieder sie in der ganzen Welt bekannt gemacht hat, so das unvergessliche Gracias a la Vida. Gerade dieses Lied hat so eine magische Kraft und ist für mich Inbegriff für Dankbarkeit und Freude am Leben. Und wenn Mercedes Sosa die wehmütige Poesie des unvergesslichen Argentinischen Folkloresängers Atahualpa Yupanqui singt – so zum Beispiel das wunderschöne „Duerme Negrito“ –  dann entsteht die Pampa Argentina in ihrer einfachen Ursprünglichkeit vor dem geistigen Auge.  Das tief gehende Klangerlebnis in seiner ganzen Größe ist ihre Interpretation der Misa Criolla von dem Argentinischen Komponisten und Pianisten Ariel Ramirez.

Für mich wird Mercedes Sosa mit ihren Liedern immer lebendig bleiben.  Sie hat mal gesungen: "Traigo un Pueblo en mi Voz“ – und das tut sie für mich, Ihre Stimme ist das Land Argentinien, das 17 Jahre lang meine Heimat war.
 

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